Kantine »Festival«

What would it mean to win?


Bini Adamczak

Das Bilderverbot ist erledigt. Die Behauptung, eine utopische Vision, das Ausmalen einer besseren Welt also, führe in den Totalitarismus, weil es die herrschaftlichen Bedingungen der Gegenwart in die Zukunft projiziere, lässt sich nicht halten. Erstens sind es gerade die Fragen der Gegenwart, die die Utopie beantworten soll, zweitens handelt es sich bei utopischen Entwürfen nicht um Vorschriften, sondern um Vorschläge und drittens kann ein transparenter utopischer Diskurs dem Autoritarismus entgegenarbeiten, indem er eine kollektive Reflexion über Ziele und Wege ermöglicht. This being said, lässt sich die Frage stellen: Wie sähe eigentlich eine Welt aus, in der die Forderungen nach geschlechterpolitischer und sexualpolitischer Emanzipation erfüllt wären?

Bini Adamczak lebt in Berlin und ist Teil der jour fixe Initiative. Sie ist die Autorin von »Beziehungsweise Revolution. 1917, 1968 und kommende.« (2017) und »Der schönste Tag im Leben des Alexander Berkman. Vom womöglichen Gelingen der Russischen Revolution.« (2017).